--- Irrwege und Sackgassen ---   

Als Eva-Maria H. starb, herrschte zuerst die große Leere. Kaum jemand hatte zu der alten Dame, der das Jugendstilhaus gehörte, in dem sie wohnte, näheren Kontakt gehabt; und niemand wusste, ob es Verwandte oder zumindest Freunde gab. Auch ein Testament war nirgendwo hinterlegt worden. Das Begräbnis fand daher in aller Stille statt; zwei Nachbarinnen waren die einzigen Trauergäste. Bei einer der Wohnungsbegehungen fanden sich schließlich Unterlagen, aus denen hervorging, dass es zwei erbberechtigte Großneffen gab. 

Der vom Gericht beauftragte Notar, pflichtgemäß um eine saubere Lösung für die Verlassenschaft bemüht, leitete nach kurzen Gesprächen mit den beiden Herren die Aufteilung des Hauses zu je 50 % in die Wege. Für eine tiefergehende Klärung der Situation hatte sich niemand Zeit genommen – und das hatte Folgen. Denn die Erben, deren Väter seit Jahren zerstritten waren, konnten und wollten sich über die weitere Vorgangsweise rund um das Haus nicht einigen – der kostspielige Streit endete schließlich in einer Teilungsklage, bei der beide Parteien als Verlierer ausstiegen.
 

sichere Umfahrung