--- Irrwege und Sackgassen ---   

Seine Exfrau hatte Eduard P. seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen oder gehört; den gemeinsamen, erwachsenen Sohn Lukas traf er meist nur einmal im Jahr, nämlich, wenn Vater und Sohn im Abstand von nur zwei Tagen Geburtstag feierten. Zu Weihnachten wurde zwar telefoniert, aber dabei ging es eher um den Austausch von Förmlichkeiten als um Interesse am anderen. Eduard P. lebte seit einiger Zeit mit seiner Lebensgefährtin Sigrid zusammen, zu der wiederum Lukas keinen Kontakt wollte.  

Besonders heftig bekam Sigrid diese Abneigung zu spüren, als ihr Partner schwer erkrankte, bewusstlos im Krankenhaus lag, und sie praktisch keine Chance hatte, auch nur Kleinigkeiten im Sinne von Eduard zu erledigen. Ohne Vollmacht konnte sie weder die Miete für die gemeinsame Wohnung überweisen noch Geld von seinem Konto abheben oder Rechnungen bezahlen. Rein rechtlich gesehen hatte Lukas als Sohn mehr Rechte als Sigrid; aber da er sich mit den Geschäften seines Vaters nicht auskannte und natürlich auch jetzt nicht mit Sigrid reden wollte, wurden so manche Dinge nicht optimal abgewickelt. 

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